Ohne Aktien keine Altersvorsorge?

Altersvorsorge
Lesezeit: 7 min
In der Vergangenheit von der Mehrheit der Deutschen eher verschmäht, erfreuen sich Aktien inzwischen zunehmend großer Beliebtheit. Und das nicht ohne Grund. Der vorliegende Beitrag erläutert die Funktionsweise, Vorteile und Renditen von Aktien und erklärt, warum sie langfristig eine unschlagbar gute Versicherung für die Altersvorsorge darstellen.

Was ist eine Aktie?

Wer sich entschieden hat, Geld in Aktien zu investieren, sollte über ein Grundlagenwissen in Sachen Aktien verfügen. Die erste Frage, die sich dabei stellt, ist, was eine Aktie überhaupt ist. Eine Aktie ist nichts anderes als eine Beteiligung an einem börsennotierten Unternehmen. Als Aktionär ist man somit Miteigentümer eines Unternehmens und Unternehmen können bekanntermaßen auch insolvent werden. Aktienkäufer sollten sich deshalb bewusst sein, dass sie im schlimmsten Fall mit einem Totalverlust ihrer Geldanlage in eine Aktiengesellschaft rechnen müssen. Der guten Ordnung halber sei in diesem Zusammenhang jedoch erwähnt, dass im Wirtschaftsleben Insolvenzen von börsennotierten Gesellschaften äußerst selten vorkommen.

 

Was sind die Vorteile von Aktien?

Aktien haben gegenüber vielen anderen Formen der Geldanlage zwei fundamentale Vorteile: Sie haben ein ausgezeichnetes Rendite-Risiko-Verhältnis und sie sind ausgesprochen liquide. Über einen längeren Zeitraum betrachtet haben Aktien ein wesentlich besseres Rendite-Risiko-Verhältnis als alternative Geldanlagen wie Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien. Das bedeutet konkret, dass sie im Verhältnis zu anderen Anlageklassen eine höhere durchschnittliche Rendite bei gleichzeitig gleichem oder sogar niedrigerem Risiko erwirtschaften. Wer Geld im wahrsten Sinne des Wortes „für sich arbeiten“ lassen will und über einen längeren Zeitraum die höchste Rendite erzielen will, sollte das Ersparte in Aktien anlegen. Mit einem Investment in Aktien profitiert man als Anleger langfristig nicht nur von steigenden Kursen, sondern auch von Dividendenzahlungen. Viele Unternehmen zahlen inzwischen jährlich attraktive Gewinnbeteiligungen aus, deren Renditen alleine schon über der Verzinsung anderer Geldanlagen liegen.
Der zweite Vorteil von Aktien-Investments sind deren Liquidität. Das bedeutet, dass es im Regelfall sehr einfach ist, Aktien über die Börse zu kaufen und zu verkaufen. Bei fast allen an deutschen und internationalen Börsen gehandelten Aktien gibt es ausreichend Angebot und Nachfrage, sodass man als Anleger jederzeit Papiere eines Unternehmens kaufen und auch wieder verkaufen kann. Im Gegensatz zu vielen anderen Anlageformen kann eine Beteiligung an einem börsennotierten Unternehmen innerhalb weniger Sekunden eingegangen werden.

 

Welche Renditen erzielen Aktien?

Diese Frage ist in Bezug auf die Eignung von Aktien für die Vorsorge von entscheidender Bedeutung. Zwar unterliegen Aktien Tag für Tag und Jahr für Jahr mehr oder weniger starken Kursschwankungen. Doch über einen längeren Zeitraum betrachtet, liefern Aktienportfolios immer positive Renditen, die meist deutlich über denjenigen anderer Anlageformen liegen. Das macht Aktien so attraktiv für das Ansparen von Geld für das Alter.
Als konkretes Rendite-Beispiel kann der DAX als wichtigster deutscher Aktienindex herangezogen werden. Anleger, die ihr Geld dreißig Jahre lang im DAX anlegten, konnten im Durchschnitt von einer jährlichen Rendite i.H.v. 8,9 Prozent profitieren. Im besten 30-Jahre-Intervall in der Geschichte des Deutschen Aktienindex kamen Anleger sogar auf eine durchschnittliche Jahresrendite von 10,9 Prozent. Im schlechtesten Fall erzielten Anleger mit einem DAX-Investment über einen Anlagezeitraum von dreißig Jahren immer noch eine Jahresrendite von 6,8 Prozent.
Aufgrund der natürlichen Kursschwankungen von Aktien und folglich Aktienindizes kommt es jedoch selbstverständlich vor, dass Aktien bzw. Indizes innerhalb eines Jahres oder sogar eines Zeitraums von mehreren Jahren eine negative Rendite aufweisen. Wer somit Geld mit einem kurzen Anlagehorizont in den Aktienmarkt investiert, muss damit rechnen, zwischenzeitlich Geld zu verlieren. Je länger der Anlagehorizont ist, umso unwahrscheinlicher wird jedoch der Verlust. Bei einem für die Vorsorge für das Alter relevanten Anlagehorizont von zwanzig Jahren und mehr, erwirtschaften Aktien immer deutlich positive Renditen.

 

Wie wählt man Aktien aus?

Diese Frage zählt zu den schwierigsten überhaupt im Zusammenhang mit der Geldanlage in Aktien. Tagtäglich zerbrechen sich Abertausende Profi- und Amateur-Anleger den Kopf, mit welchen Titeln sie in Zukunft die höchste Rendite erzielen können. Da niemand eine Glaskugel besitzt, gibt es keine Pauschalantwort auf die Frage der Aktienauswahl, sondern lediglich unterschiedliche Ansätze. So können Aktien beispielsweise nach bestimmten Ländern oder Regionen, nach Branchen, nach der Unternehmensgröße oder der Höhe der Dividendenzahlungen ausgesucht werden. Zudem können aber auch Kriterien wie Umsatzwachstum, Marktführerschaft oder Nachhaltigkeit eine Rolle bei der Aktienauswahl spielen. Selbstverständlich lassen sich die einzelnen Auswahlkriterien beliebig miteinander kombinieren.
An dieser Stelle sei ein Warnhinweis in puncto Aktienauswahl ausgesprochen. Das sogenannte „stock picking“ genannte Auswählen einzelner Aktien ist eine Wissenschaft für sich, die einen sehr hohen Zeitaufwand für die Analyse einzelner Unternehmen erfordert. Für Privatanleger, die Aktien als Mittel der Altersvorsorge einsetzen, ist das stock picking eher nicht empfehlenswert. In den meisten Fällen erzielen Investoren, die sich im stock picking versuchen, unterdurchschnittliche Renditen.

 

Was sind aktiv und passiv gemanagte Investmentfonds?

Aufgrund des hohen Aufwands und des größeren Risikos, das mit der Auswahl einzelner Aktien verbunden ist, empfiehlt sich für Privatanleger generell eine Geldanlage in Investmentfonds oder sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds). Diese bringen den großen Vorteil mit sich, dass man Geld mit einer einzigen Investition gleichzeitig in vielen Aktien anlegen kann. Die meisten Investmentfonds und ETFs bestehen aus mehr als dreißig Einzelpositionen, weshalb man mit diesen Anlageinstrumenten eine wesentlich bessere Risikostreuung erzielt als durch stock picking.
Doch was ist der Unterschied zwischen einem aktiv gemanagten und einem passiv gemanagten Investmentfonds? Bei einem aktiv gemanagten Investmentfonds handelt es sich um eine aktiv gesteuerte Geldanlage. Dabei entscheidet ein Team von Fondsmanagern, in welche Aktien das Geld der Anleger auf Basis eines definierten Fondsprofils investiert werden soll. So existieren beispielsweise Investmentfonds, die sich auf bestimmte Länder, Branchen oder Unternehmensgrößen fokussieren.

Im Gegensatz dazu ist ein ETF eine passive Geldanlage. Ein ETF bildet eins zu eins einen bestimmten Aktienindex, wie beispielsweise den DAX oder den S&P 500, nach. Bei einem ETF gibt es somit kein Fondsmanagement, das aktiv Anlageentscheidungen trifft. Ein ETF stellt für Anleger eine sehr einfache und bequeme Möglichkeit dar, ihr Geld in einem oder mehreren Aktienindex/-indizes anzulegen.
Ob man sein Geld lieber in aktiv oder passiv gemanagte Investmentfonds anlegt, ist letztlich eine Geschmacksfrage (über die sich bekanntlich schlecht streiten lässt). Die passive Anlageform von ETFs bedeutet keineswegs einen Nachteil gegenüber der aktiven Geldanlage. Ganz im Gegenteil! Die große Mehrheit der Fondsmanager ist über einen längeren Zeitraum gesehen nicht in der Lage, höhere Renditen als die vergleichbaren Aktienindizes zu erwirtschaften. Noch dazu haben ETFs den Vorteil, dass eine Geldanlage aufgrund des fehlenden Fondsmanagements mit deutlich geringeren Management-Gebühren als bei einem aktiv gemanagten Investmentfonds verbunden ist. Während aktiv verwaltete Fonds in der Praxis jährliche Gebühren zwischen zwei und fünf Prozent verlangen, liegen die Verwaltungsgebühren von ETFs meist unter einem Prozent. Unterm Strich haben somit die meisten ETFs einen langfristigen Renditevorteil gegenüber einer aktiv gesteuerten Geldanlage.

 

Welche Alternativen gibt es zu Aktienfonds?

Zur Vorsorge für das Alter stehen Anlegern zahlreiche Anlagealternativen zu Aktien zur Auswahl. So können Sie ihr Geld beispielsweise in Anleihen, Rohstoffe, Devisen, Immobilien, Sachwerte oder strukturierte Finanzprodukte investieren. Obwohl all diese Anlageformen ihre individuellen Vorteile haben, sind sie doch in einigen wesentlichen Punkten der Geldanlage in Aktien unterlegen.
Der bereits weiter oben erwähnte Hauptvorteil von Aktien ist deren langfristig unschlagbares Rendite-Risiko-Verhältnis. Keine andere Anlageform produziert bei gleichem oder geringerem Risiko ähnlich hohe Renditen wie Aktien. Außerdem sind die meisten Anlageformen in Sachen Liquidität Aktien unterlegen. Im Gegensatz zu Anlageformen wie Immobilien oder Sachwerte können Aktien jederzeit innerhalb von Sekunden gekauft und auch wieder veräußert werden.
Und nicht zuletzt spricht für Aktien auch die einfache Verständlichkeit. Anleger wissen im Unterschied zu manch anderem Anlageprodukt bei Aktien und Investmentfonds immer genau, in welche Unternehmen sie ihr Geld investieren.

 

Fazit

Für die Vorsorge für den eigenen Lebensabend gibt es keine bessere langfristige Geldanlage als Aktien. Über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten dürfen sich Aktionäre über eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 10 Prozent freuen. Das ist weit mehr, als die meisten anderen Geldanlagen liefern. Gleichzeitig ist das Risiko von Aktien bei einer langfristigen Anlage und einer breiten Streuung sehr überschaubar. Wer die Versicherung einer finanziell abgesicherten Rente haben möchte, sollte deshalb möglichst früh damit beginnen, Geld in Aktien zu investieren.

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